Ben Schwarz erneut zu Gast beim HC

„Ihr seid diejenigen, die die Zukunft gestalten – und ihr sollt mitreden!“

Beim zweiten Treffen mit den Schülerinnen und Schülern des HC am 24. März 2026 präsentierte sich Ben Schwarz, der Landrat des Landkreises Roth, dankbar und offen. Er freute sich über die Möglichkeit, sich erneut vorzustellen und mit den Teilnehmenden zu diskutieren.

Herr Schwarz ist seit fast drei Jahren Landrat. Er blickt auf zwölf Jahre Erfahrung als Bürgermeister von Georgensgmünd, einer Gemeinde südlich von Roth, zurück. „Kommunalpolitik ist schöne Politik, weil man nah an den Menschen ist und aktiv gestalten kann“, betonte der Landrat. Für ihn sei es besonders wichtig, dass sich der HC mit Demokratie auseinandersetzt und Gespräche führt, die über den normalen Unterricht hinausgehen.

Auf die Frage nach seinen Hobbys schilderte der Chef der Verwaltung seine Leidenschaft für Sport und für das Familienleben. Trotz seines zeitintensiven Berufs mit vielen Abendterminen, Sitzungen und Vereinsveranstaltungen, die seinen Alltag bestimmen, findet er Wege, aktiv zu bleiben. Früher spielte Ben Schwarz Fußball und Tennis, doch wegen seiner unregelmäßigen Arbeitszeiten sind Teamsportarten derzeit schwierig. Stattdessen setzt er auf Individualsportarten wie Laufen oder Fitness, und seine Sporttasche ist immer griffbereit. Urlaube nutzt der Landrat, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen. „Ich bin überall bekannt, Menschen kommen mit ihren Anliegen zu mir. Inkognito zu bleiben, ist hier unmöglich“, betont Herr Schwarz. „Dies beschränkt sich jedoch auf unseren Landkreis. Außerhalb kennt man mich nicht persönlich, was für einen Urlaub ein Vorteil sein könnte.“

Inhaltlich ging der Repräsentant des Landkreises auch auf die Arbeit im Kreistag ein. Er stellte klar, dass der Kreistag kein Parlament im klassischen Sinne ist, sondern zusammen mit den Gemeinderäten ein Kollegialorgan bildet und hauptsächlich ausführende Funktionen übernimmt. Eines der bedeutendsten Themen war die Nahverkehrsplanung, die Mitte 2023 beschlossen wurde.

Die Entscheidung war umstritten, da sie mit hohen Kosten verbunden war und nur mit einer knappen Mehrheit angenommen wurde. Auch innerhalb der Parteien wurde unterschiedlich abgestimmt – ein Spiegelbild der Demokratie.

Mit Blick auf die jüngsten Kommunalwahlen äußerte sich Ben Schwarz optimistisch. Bürgermeister und Bürgermeisterinnen sowie Gemeinderäte und Gemeinderätinnen wurden gewählt. Im Mai, mit Beginn der neuen Amtsperiode des Kreistags, werden auch die Stellvertreter und Stellvertreterinnen des Landrats bestimmt. Außerdem werden die Ausschüsse besetzt.

Eine wichtige Frage war dabei, wie mit der AfD im Kreistag umgegangen wird. Der Landrat erklärte, dass bisher drei Mitglieder dieser Partei im Kreistag vertreten waren, bei einer Gesamtzahl von 60 Sitzen. Nach den jüngsten Kommunalwahlen hat die AfD nun acht Mandate erhalten. Die drei bisherigen Mitglieder sind allerdings nicht erneut angetreten. Doch kommunalpolitisch spielten AfD-Themen bisher kaum eine Rolle.

Ein großes Thema beim Treffen mit dem HC war die Verteilung der Bundesgelder in Deutschland. Der sogenannte Königsteiner Schlüssel dient dabei als Maßstab für die Verteilung dieser Gelder auf die Bundesländer. Besonders spannend wurde es, als Ben Schwarz über die Kosten für Schulbauten sprach und fragte, was es kosten würde, wenn das Gymnasium Wendelstein heute neu gebaut werden müsste. Die Schätzung lag bei 35 Millionen Euro. Die Fakten liegen bei 50 Millionen und mehr. Der Landrat ging aber auch auf die aktuellen gesellschaftlichen Sorgen ein. Viele Menschen haben aufgrund der weltpolitischen Lage – sei es durch Entwicklungen in den USA oder China – Angst vor der Zukunft.

Ein weiteres Anliegen des HC war die Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen. Momentan gibt es im Kreistag keinen Jugendbeauftragten, und auch wenn der Jugendhilfeausschuss existiert, geht es dort mehr um Leistungen als um echte Mitbestimmung der Jugendlichen. Deshalb plant der Landkreis, alle Schulen anzuschreiben, um ein neues Beteiligungsprojekt vorzustellen. Ziel ist es, an jeder Schule Wahlen abzuhalten, damit junge Vertreter und Vertreterinnen in den Kreistag entsandt werden können. Denn wie Landrat Schwarz betonte: „Ihr seid diejenigen, die die Zukunft gestalten – und ihr sollt mitreden!“

Mit viel Applaus bedankten sich die Schülerinnen und Schüler am Ende des Besuchs bei Herrn Schwarz. Er versicherte: „Ich komme immer wieder gerne auf eure Einladung, danke für euer Interesse.“

Der Besuch von Ben Schwarz bot einen wertvollen Einblick in die Welt der Kommunalpolitik und den persönlichen Alltag eines Landrats und machte die wichtige Rolle der Jugend für die Zukunft deutlich.

Für die Schülerzeitung und den HC

Wanda Martinus, 8b